IMPFUNG

Aktualisiert am 12.06.2021

Sehr geehrte Patientinnen und Patienten,

 

erfreulicherweise konnten wir die Corona-Impfung aller Patient:innen, die einer Priorisierungsgruppe angehören, nun abschließen. Daher haben wir nun damit begonnen, die Patient:innen ohne Priorisierung , die sich bereits auf unsere Warteliste haben eintragen lassen, für Impftermine anzurufen. Sollten Sie einen Impfwunsch haben und sich noch nicht auf die Warteliste haben setzen lassen, empfehle ich, dies nun zu tun. Bitte beachten Sie, dass dies nur für die Patienten gilt, die bereits bei uns in der Praxis als Patienten aufgenommen sind.
Aktuell verimpfen wir als Erstimpfung nur noch den Impfstoff von Biontech. Auch die Zweitimpfung führen wir dann mit Biontech durch. Die Patienten, die den Impfstoff von AstraZeneca als Erstimpfung erhalten haben, erhalten AstrazZeneca auch bei der Zweitimpfung.
 
Aktuell stellt sich ja die Frage, ob auch Kinder gegen Corona geimpft werden sollten. Die europäische Zulassungsbehörde hat den Impfstoff von Biontech für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren freigegeben. In den USA und Canada wurden bereits ca. 2 Millionen Kinder mit Biontech geimpft. Erste Daten scheinen darauf hinzudeuten, dass es kurzfristig keine nennenswerten Nebenwirkungen zu geben scheint. Allerdings gibt es noch keine mittel- oder auch langfristigen Daten, ob sich bei Kindern, deren Immunsystem anders funktioniert als das eines Erwachsenen, doch Nebenwirkungen einstellen können. Zusätzlich ist das Risiko für Kinder und Jugendliche, sehr schwer an Covid-19 zu erkranken, sehr gering. Rund 80 Kinder und Jugendliche wurden in der Pandemie bislang auf Intensivstationen in Deutschland behandelt, davon hatten knapp zwei Drittel Vorerkrankungen. Zum Vergleich: Für Erwachsene wurden bislang mehr als 112.000 abgeschlossene Intensiv-Behandlungen erfasst. In der Abwägung der Entscheidung für oder gegen die Impfung gilt aber auch zu beachten, dass gerade Jugendliche mitunter von Langzeitfolgen wie Geruchs- und Geschmacksverlust und Müdigkeit („Long Covid“) betroffen sind. Darüber hinaus kommt es gerade in jüngeren Altersklassen in Einzelfällen zum sogenannten Pädiatrischen Multisystem-Inflammationssyndrom, das bedrohlich sein kann, wird es nicht frühzeitig erkannt.
 

     

    Ich empfehle Ihnen daher folgendes:
    Eine Impfung eines gesunden Kindes empfehle ich derzeit nicht. Dabei gilt: Je jünger das Kind, desto mehr würde ich von einer Impfung abraten. Bei Jugendlichen, gerade mit 16/17, bei denen vielleicht Auslandsaufenthalte/ Partys anstehen, tendiert die Empfehlung dann Richtung Impfung. Eine Impfung für Kinder sollte aber durchgeführt werden, wenn es an einer der folgenden Erkrankungen leidet:

     

  • Fettleibigkeit (Adipositas)

  • schlecht eingestellter Diabetes (HbA1c > 9,0%)

  • Krebs

  • Immunschwäche

  • chronische Lungenerkrankungen mit einer anhaltenden Einschränkung der Lungenfunktion

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    Auch Kinder, die mit Hochrisikopatienten zusammenleben, die selbst nicht geimpft werden können oder bei denen möglicherweise ein nicht ausreichender Schutz durch die Impfung besteht (z.B. Menschen unter immunsuppressiver Therapie), sollten gegen Corona geimpft werden.

     

    Die Nebenwirkungen nach der Impfung sind ähnlich wie bei Erwachsenen. So kommt es am häufigsten zu Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit und Kopfschmerzen. Etwa 20 Prozent bekamen nach der Zweitdosis Fieber. Die Beschwerden verschwanden meist innerhalb von wenigen Tagen.